HDR-Technik

Was dahinter steckt

Jetzt erstellen wir das HDR-Foto

Wenn alles gut gegangen ist, liegen alle Fotos auf der Speicherkarte bereit, die das gleiche Motiv in unterschiedlicher Belichtung eingefangen haben. Diese gilt es nun zu einem HDR-Foto mit erhöhtem Kontrastumfang zusammenzusetzen. Die Anzahl an Programmen wie Photomatix, Artizen HDR oder easyHDR, die diesen Schritt übernehmen, ist gerade in der letzten Zeit stetig größer geworden.

Besonders Oloneo oder Machinery2 zählen momentan zu den führenden kostenpflichtigen Programmen. Natürlich gibt es auch beim Thema HDR kostenlose Freeware, die hier ebenfalls aufgelistet sind. In diesem Beispiel wird das Ausgangsmaterial mittels Oloneo zu einem HDR verrechnet. Auch das anschließend notwendige Tone Mapping erfolgt mit der gleichen Software.

Bildberechnung mit Oloneo

Das Auswahlfenster, mit dem die Ausgangsbilder in den Bearbeitungsmodus geschoben werden.

Nach dem Start der Software wird als erstes "Browse" (1) ausgewählt. Man kann hier durch den ganzen Computer surfen und das Verzeichnis mit den Bildern auswählen. Die Ausgangsbilder wewrden mit gedrückter STRG-Taste einfach markiert. Die Reihenfolge der Auswahl ist dabei egal, denn Oloneo sortiert die Bilder anhand ihrer Exif-Daten eigenständig nach Belichtung. Ein Klick auf die Schaltfläche "Add" (2) übernimmt nun die Bilder. Nun muss nur noch ein Häckchen bei "Auto Align" (3) gesetzt werden. Mittels Klick auf "Create HDR ToneMap Project" startet man den Berechnungsvorgang.

Die Software berechnet nun aus den fünf Bildern mit niedrigem Kontrastumfang ein Bild mit erhöhtem - ja sogar wesentlich höherem Dynamikumfang. Dieser Vorgang dauert jedoch bei Oloneo nur ein paar wenige Sekunden und schon liegt das errechnete Bild für weitere Bearbeitungsschritte vor. Ab hier arbeitet Oloneo etwas anders als vergleichbare Programme und die erzielbaren Effekte sollten möglichst sparsam eingesetzt werden.

Ein normaler Computerbildschirm kann ein HDR-Foto nicht korrekt anzeigen, ebenso könnte ein handelsüblicher Drucker kein HDR-Foto ausdrucken. Dafür reicht dr darstellbare Kontrastumfang nicht aus. Daher wird ein HDR-Foto durch Tone Mapping wieder in den für Ausgabemedien, wie Druck, Monitor oder TV-Gerät, geeigneten Tonwertumfang komprimiert. Wenngleich man ein HDR also nicht anzeigen kann, besteht trotzdem die Möglichkeit, dieses zu speichern. Da aber die darstellung auf dem Monitor sinnlos wäre, begibt sich Oloneo sofort nach der Verrechnung der Ausgangsbilder in das ToneMapping-Modul und man befindet sich im Modus "Edit".

Tonemapping - das Zauberwort für die Umrechnung

Das Bearbeitungsfenster im ToneMapping-Modus zeigt eine Vielzahl von Eingriffsmöglichkeiten. Im Vorschaufenster kann mittels klick die Darstellung von eingepasst auf 1:1-Vorschau umgeschaltet werden, damit Änderungen besser sichtbar sind. Die vorhandene Rechenleistung spielt dabei kaum eine Rolle und Oloneo zeigt sofort jede Änderung an!

Die wichtigste Funktion ist nun der "Local Tone Mapper" (4) - also jene Funktion, die auch bei anderen Programmen als Tone Mapping bezeichnet wird. Die beiden wohl empfindlichsten Variablen beim Tonemapping sind "TM Strenght" und "Detail Strenght", die nur schaumgebremst eingesetzt werden sollten, da sie für die Entstehung der so genannten HALO`s (also Heiligenschein) zuständig sind. Zum Glück stehen nun alle Regler auf "0" und man kann jederzeit wieder auf diese Einstellung zurückregeln.

Beginnen wir also mit der Stärke des Tonemapping (TM Strenght) (5) und schieben den Regler vorsichtig nach rechts, bis das Bild den dunkelsten Punkt erreicht hat - in diesem Fall 35. Hier ist nun der Wendepunkt zwischen einem "normalen"und einem Bild mit hohem Dynamikumfang angesiedelt. Aus der Erfahrung kann ich behaupten, dass nun duch eine Erhöhung dieses Wertes um 10 bis maximal 30 Punkte ein optimales Ergebnis erreicht werden kann. Ebenso verhält es sich mit dem Regler "Detail Strenght" (6), der sehr schnell zu unnatürlichen Ergebnissen führen kann und den so genannten "Hyperrealismus" auslöst! Ein Wert zwischen 10 und 30 kann hier je nach Bildinhalt sinnvoll sein.

Bei den meisten HDR-Programmen werden hier die gewählten Einstellung bestätigt und die Berechnung des gemappten HDR-Fotos beginnt. Bei Oloneo hingegen ist die Berechnung schon abgeschlossen, sobald man die Vorschau sieht!